Strom beim Mining: wie man seinen realen Tarif in $/kWh berechnet und die Schwelle findet, unter der die Hardware aufhoert, Geld zu verdienen
*Last updated: 02.09.2026. Autor: Redaktion POOL BTC.*
POOL BTC nimmt keine Hashrate an und zahlt niemandem eine Verguetung aus. Dies ist eine Vergleichsseite fuer Pools, Rechner und Dienste, und in diesem Artikel analysieren wir fremde Arithmetik: die, die ein Miner in seiner Kueche macht, bevor er die Maschine in die Steckdose steckt.
Das Thema wirkt nur auf den ersten Blick abgedroschen. In jeder Diskussion ueber die Amortisation schreibt jemand "bei mir sind es 5 Cent, das rechnet sich alles", und fast immer sind diese 5 Cent frei erfunden. Im Folgenden die Methode, mit der man den Tarif vollstaendig berechnet, nicht nur den Teil davon, der in der Rechnung huebsch aussieht.
Ein Vorbehalt zu den Zahlen gleich zu Beginn
Marktzahlen erscheinen in diesem Artikel nur dort, wo es eine ueberpruefbare Quelle und ein Stichtag dafuer gibt. Tarife, der Verbrauch konkreter Modelle, der Bitcoin-Kurs, der Hashprice und die Pool-Gebuehren aendern sich schneller, als dieser Text aktuell bleibt, deshalb basieren die Rechenbeispiele auf angenommenen Werten, die nur dazu dienen, die Reihenfolge der Schritte zu zeigen. Die Formeln sind echt, die Zahlen darin sind Ihre eigenen.
Aktuelle Daten setzen Sie selbst ein: die Difficulty und den Hashprice finden Sie auf der Seite Netzwerk-Difficulty, das Einkommen berechnen Sie im Ertragsrechner, den Verbrauch entnehmen Sie dem Typenschild der Maschine und, wichtiger noch, einem Strommessgeraet.
Wie berechnet man die Mining-Rentabilitaet nach Strom?
Kurz gesagt: Nehmen Sie das taegliche Einkommen der Maschine in Fiat, ziehen Sie die Pool-Gebuehr ab, berechnen Sie separat den taeglichen Verbrauch in Kilowattstunden per Messung an der Steckdose mit Korrektur fuer Kuehlung, multiplizieren Sie diesen Verbrauch mit Ihrem vollstaendigen Tarif inklusive Netzanteil und Steuern, und ziehen Sie das vom Einkommen ab. Was uebrig bleibt, ist der Tagesverdienst. Alles Weitere in diesem Artikel ist nur eine Praezisierung dieser vier Zahlen.
Schritt fuer Schritt entfaltet:
- Messen Sie die Leistung an der Steckdose im Betriebsmodus, in Kilowatt. Nennen wir sie P.
- Taeglicher Verbrauch der Maschine selbst: E = P × 24. Sie erhalten Kilowattstunden pro Tag.
- Addieren Sie die Standort-Gemeinkosten ueber den PUE-Koeffizienten: E_gesamt = E × PUE.
- Finden Sie Ihren vollstaendigen Tarif T in Waehrung pro Kilowattstunde, indem Sie den Gesamtbetrag der Rechnung durch die im gleichen Zeitraum verbrauchten Kilowattstunden teilen.
- Tagesausgabe: C = E_gesamt × T.
- Tageseinkommen in Fiat: R. Entnehmen Sie es dem Rechner nach Ihrer Hashrate, oder aus den tatsaechlichen Pool-Auszahlungen der letzten Woche, geteilt durch sieben.
- Ziehen Sie die Pool-Gebuehr f ab: R_netto = R × (1 − f).
- Tagesgewinn: R_netto − C.
Ist Punkt acht negativ, arbeitet die Maschine gerade jetzt mit Verlust, unabhaengig davon, wie viel Sie fuer sie bezahlt haben.
Warum der Tarif aus der Rechnung nicht der Tarif ist, den man in den Rechner einsetzen sollte
Direkte Antwort: In den Rechner gehoert nicht der Preis pro Kilowattstunde aus dem Tarifplan, sondern der Quotient aus der Division des Rechnungsgesamtbetrags durch die tatsaechlich verbrauchten Kilowattstunden. Diese beiden Zahlen weichen fast immer voneinander ab, weil in der Rechnung der Netzanteil, der Vertriebsaufschlag, Steuern und feste Gebuehren enthalten sind, die in der beworbenen Tarifzahl nicht auftauchen.
Was bei einer Ueberschlagsrechnung meist verloren geht:
- Netzuebertragung. In vielen Rechtsordnungen wird der Preis in Energie und Lieferung aufgeteilt, und der zweite Teil ist vergleichbar mit dem ersten oder groesser.
- Steuern und Abgaben. Mehrwertsteuer, Verbrauchssteuern, Zweckabgaben, all das kommt obendrauf und wird auf den bereits angesammelten Betrag berechnet.
- Fester Grundpreisanteil. Die Gebuehr fuer den Anschluss selbst haengt nicht vom Verbrauch ab, aber umgerechnet auf die Kilowattstunde ist sie umso hoeher, je weniger Sie verbrauchen.
- Leistungspreis. Wo der Tarif zweiteilig ist, wird das angemeldete Maximum in Kilowatt separat bezahlt, nicht nur die verbrauchten Kilowattstunden. Der Miner haelt eine fast konstante Last, deshalb zahlt er in diesem Posten voll.
- Zonendifferenz. Der Nachttarif ist niedriger als der Tagestarif, aber eine Maschine, die rund um die Uhr laeuft, lebt in beiden Zonen, und in die Rechnung geht der gewichtete Mittelwert ein, nicht der attraktive Nachttarif.
- Mengenstufen. Wo eine progressive Skala gilt, verbraucht der Miner die Haushaltsmenge schnell und rutscht in die obere Stufe, wo der Preis anders ist.
Der praktische Kniff dauert zwei Minuten. Nehmen Sie die Monatsrechnung, finden Sie den Gesamtbetrag zur Zahlung und daneben die Menge in Kilowattstunden, teilen Sie eines durch das andere. Die erhaltene Zahl ist Ihr echter Tarif. Bei fast allen stellt sie sich als deutlich hoeher heraus als die Zahl, die vor der Pruefung genannt wurde.
Wie viel kostet Strom in verschiedenen Laendern?
Der Haushaltstarif weltweit unterscheidet sich um etwa das Dreissigfache: von 0,006 $/kWh in Aethiopien bis 0,42 $/kWh in Deutschland. Der weltweite Durchschnittspreis fuer Haushalte laut GlobalPetrolPrices fuer das zweite Quartal 2026 betraegt 0,176 $/kWh. Aber fuer die Mining-Entscheidung ist nicht der Laenderdurchschnitt wichtiger, sondern die Streuung innerhalb des Landes und die Zusammensetzung des Tarifs.
Die Tabelle unten ist mit Stand 02.09.2026 zusammengestellt. Die Spalte zum Quellenstatus zeigt, woher die Zahl stammt: offizielle staatliche Statistik oder kommerzieller Aggregator. Das ist keine Formalitaet, unterschiedliche Methodik ergibt fuer dasselbe Land unterschiedliche Zahlen.
| Land oder Region | Tarif, $/kWh | Datum der Daten | Quellenstatus | Steuer und Netz im Preis |
|---|---|---|---|---|
| USA, Landesdurchschnitt | 0,1834 | Juni 2026 | offizielle Statistik (EIA, Electric Power Monthly, Tab. 5.3) | ja, vollstaendiger Einzelhandelstarif mit Lieferung und Steuern |
| USA, Streuung nach Bundesstaaten | von 0,1195 (North Dakota) bis 0,4223 im Maerz und 0,5272 in Hawaii im Juni | Maerz und Juni 2026 | offizielle Statistik (EIA, Tab. 5.6.A) plus Neuberechnungen von Aggregatoren | ja, vollstaendiger Einzelhandelstarif |
| Kanada, Landesdurchschnitt | 0,122 bis 0,125 | Juni und Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja, mit Steuern, gewichteter Durchschnitt nach Anbieter |
| Kanada, Streuung nach Provinz | etwa von 0,06 bis 0,08 (Quebec, Manitoba) bis 0,25 und mehr (Nordwest-Territorien, Nunavut) | November 2025 | offizielle Statistik (Canada Energy Regulator) | nein, Steuern durch ausdruecklichen Vorbehalt der Quelle ausgeschlossen |
| Deutschland | 0,3869 Euro, etwa 0,42 Dollar | 2. Halbjahr 2025 | offizielle Statistik (Eurostat nrg_pc_204) | ja, Steuern und Abgaben enthalten, Verbrauchsband DC |
| Frankreich | 0,256 Euro | 2. Halbjahr 2025 | offizielle Statistik (Eurostat) | ja, Steuern und Netz enthalten, Band DC |
| Spanien | 0,267 Euro | 2. Halbjahr 2025 | offizielle Statistik (Eurostat) | ja, Steuern und Netz enthalten, Band DC |
| Kasachstan | 0,068 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja nach GPP-Methodik, Aufschluesselung nach Komponenten nicht veroeffentlicht |
| Russland | 0,078 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja nach GPP-Methodik, Aufschluesselung nicht veroeffentlicht |
| Georgien | 0,065 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja nach GPP-Methodik, Aufschluesselung nicht veroeffentlicht |
| Argentinien | 0,102 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja nach GPP-Methodik, Aufschluesselung nicht veroeffentlicht |
| Paraguay | 0,067 bis 0,068 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja nach GPP-Methodik, Aufschluesselung nicht veroeffentlicht |
| Brasilien | 0,177 bis 0,181 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja, der Steueranteil in der Rechnung ist hoch, aber von der Quelle nicht separat aufgeschluesselt |
| Indonesien | 0,082 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja nach GPP-Methodik, Aufschluesselung nicht veroeffentlicht |
| VAE | 0,080 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja nach GPP-Methodik; die Zahl ist landesweit gemittelt, eine Aufschluesselung nach Emirat haben wir nicht gefunden |
| Aethiopien | 0,006 | Dezember 2025 | Aggregator (GlobalPetrolPrices) | ja nach GPP-Methodik, der Tarif wird stark vom Staat subventioniert |
| Iran, Schaetzung | Haushalt 0,01 bis 0,02; separater Tarif fuer lizenziertes Mining 0,04 bis 0,07 | der Mining-Tarif gilt bis Mai 2026 | Schaetzung aus Medien und Branchenanalysen, kein offizieller Tarif | unbekannt; GlobalPetrolPrices liefert fuer Iran ueberhaupt keine Zahl |
Ueber Iran sollte man gesondert und offen sprechen. Das ist die einzige Zeile in der Tabelle, in der die Zahl weder von einem Regulierer noch von einem Aggregator bestaetigt ist. Der offizielle Tarif ist in Rial angegeben, an einen frei schwankenden Wechselkurs gebunden und wird nicht in Dollar veroeffentlicht, deshalb ist die obige Spanne eine Wiedergabe von Branchenmaterial, kein Primaerdokument. Ausserdem ein wichtiges Detail, das regelmaessig verwechselt wird: Der Haushaltstarif und der Tarif fuer lizenziertes Mining im Iran sind zwei verschiedene Zahlen, und man darf die eine nicht durch die andere ersetzen.
Warum dasselbe Land in verschiedenen Quellen unterschiedlich viel kostet
Der Hauptgrund fuer die Abweichungen ist die Preiszusammensetzung. Eurostat und EIA veroeffentlichen den vollstaendigen Einzelhandelstarif mit Lieferung, Netzanteil und Steuern, fuer ein festes Verbrauchsband. Der Canada Energy Regulator hingegen schreibt direkt, dass Steuern aus der Berechnung ausgeschlossen sind, deshalb sollten die kanadischen Provinzzahlen oben in der Tabelle als Untergrenze gelesen werden: Die tatsaechliche Rechnung wird hoeher sein.
GlobalPetrolPrices ist ein anerkannter, aber kommerzieller Aggregator, kein Regulierer. Er sammelt selbst Daten bei Anbietern und gewichtet sie nach Marktanteil, liefert einen Endpreis "mit allen Steuern und Abgaben", offenbart aber nicht den Anteil jeder Komponente. Genau deshalb wirkt die Spalte zu Steuer und Netz in der Tabelle fuer sieben Laender ausserhalb der EU und der USA so unscharf: Eine offizielle Aufschluesselung nach "Erzeugung, Netz, Steuer" fuer Kasachstan, Georgien, Russland, Paraguay, Indonesien, Aethiopien und die VAE haben wir nicht gefunden, und sie zu erfinden waere gelogen.
Noch zwei Vorbehalte, ohne die man die Tabelle leicht falsch liest. Erstens: In manchen Laendern bewegen sich die Tarife sehr schnell. Fuer Argentinien registriert der Aggregator eine Preisaenderung von 15,2 Prozent in drei Monaten und von 52,2 Prozent im Jahr, sodass die Dezemberzahl bis September bereits historisch ist. Zweitens: Saisonalitaet ist real. Hawaii unterscheidet sich im Maerz und im Juni um zehn Cent, und das ist kein Datenfehler, sondern normales Verhalten eines Insel-Stromnetzes.
Und die Hauptschlussfolgerung aus der Tabelle: Der Landesdurchschnitt ist fuer einen Miner nahezu nutzlos. In den USA ist der Unterschied zwischen North Dakota und Hawaii mehr als vierfach, in Kanada zwischen Quebec und Nunavut etwa dreifach. Die Standortentscheidung wird nach dem lokalen Tarif getroffen, nicht nach der Zeile "Landesdurchschnittspreis".
Formel: von Watt zu Kilowattstunden und Geld
Alles laeuft auf vier Groessen hinaus: Leistung, Zeit, Tarif, Einkommen. Die Reihenfolge der Schritte ist folgende:
- Leistung in Kilowatt. Das Messgeraet zeigte, sagen wir, 3000 W, also P = 3 kW. Die Zahl ist beliebig gewaehlt, sie dient nur der Arithmetik.
- Taeglicher Verbrauch: 3 × 24 = 72 kWh.
- Monatlicher Verbrauch: 72 × 30 = 2160 kWh.
- Tagesausgabe bei einem angenommenen Tarif von 0,08 in Waehrung pro Kilowattstunde: 72 × 0,08 = 5,76.
- Das Tageseinkommen entnehmen wir dem Rechner nach der Hashrate der Maschine: Groesse R.
- Tagesgewinn: R × (1 − Pool-Gebuehr) − 5,76.
Das in einen Jahresprozentsatz umzurechnen, ergibt erst dann Sinn, wenn man den ROI unter Beruecksichtigung des Hardwarepreises und des Restwerts berechnet hat. Die Amortisationsmethodik behandeln wir separat: ROI eines ASIC-Miners.
Gesondert zur Groessenordnung. Eine 3-kW-Maschine verbraucht im Monat so viel wie eine kleine Wohnung in mehreren Monaten. Das aendert nicht nur den Rechnungsbetrag, sondern auch die Tarifstufe, und manchmal den Vertrag mit dem Netzbetreiber. In die Berechnung sollte man nicht nur den Preis, sondern auch die zulaessige Anschlussleistung einbeziehen.
Was sind Gemeinkosten ueber den Miner selbst hinaus
Direkte Antwort: Der Miner verbraucht nicht alles, wofuer der Standort bezahlt. Ueber ihn hinaus fressen Strom die Luefter der Zu- und Abluftanlagen, Luftbefeuchter, Immersionspumpen, Beleuchtung und Netzwerkgeraete. Das Verhaeltnis des Gesamtverbrauchs des Standorts zum Verbrauch der eigentlichen Rechentechnik nennt man PUE, und damit muss man die Berechnung multiplizieren, sonst wird der Verbrauch um Dutzende Prozent unterschaetzt.
Wo genau ueber die Maschine selbst hinaus Energie verlorengeht:
- Belueftung und Kuehlung. Zu Hause ist das der Abluftventilator im Fenster, im Container sind es Industrieluefter, bei Immersion Pumpen und Rueckkuehler.
- Verluste im Netzteil. Das Strommessgeraet an der Steckdose erfasst sie bereits, waehrend die Zahl im Datenblatt manchmal fuer Gleichstrom angegeben ist und die Verluste dort nicht enthalten sind.
- Verluste in der Verkabelung und im Transformator. Im Haushaltsmassstab sind sie gering, am Standort schon merkbar.
- Dauerhaft laufende Nebenausstattung: Router, Switch, Kameras, Sensoren, Bereitschaftsbeleuchtung.
- Heizung oder Befeuchtung im Winter, falls der Raum es erfordert.
Wie man das in einer einzigen Groesse ausdrueckt. PUE ist gleich eins, wenn die gesamte Energie nur in die Berechnung geht, was physikalisch unerreichbar ist. Ein Wert von 1,05 bedeutet fuenf Prozent zusaetzlich fuer Infrastruktur, ein Wert von 1,3 bedeutet dreissig. Die Zahlen fuer Ihren eigenen Standort entnehmen Sie Ihrer eigenen Messung am Eingangszaehler, nicht Branchenuebersichten: Ein Heimschuppen und ein Industriecontainer haben unterschiedliche Werte.
Die Ueberpruefung in der Praxis ist einfach. Vergleichen Sie die Ablesungen des Eingangszaehlers ueber einen Monat mit der Summe der Ablesungen der Strommessgeraete an den Maschinen selbst. Der Quotient ist Ihr PUE.
Welcher PUE gilt als normal fuer Mining?
Fuer Mining-Standorte orientiert man sich an folgenden Bereichen: Luftkuehlung einer Mining-Halle 1,1 bis 1,5, Containerfarm 1,02 bis 1,10, einphasige Immersion 1,02 bis 1,10, zweiphasige Immersion 1,01 bis 1,05. Der Unterschied zwischen Luft und Fluessigkeit ist hier merkbar, aber nicht so dramatisch wie in gewoehnlichen Rechenzentren, weil die Mining-Architektur von vornherein einfacher ist.
| Kuehlungstyp | Typischer PUE | Beste Werte | Quelle der Zahlen |
|---|---|---|---|
| Luft, Mining-Halle oder Lager | 1,1 bis 1,5 | 1,05 bis 1,10 bei Hot-Aisle-Containment und freier Kuehlung | Branchenquellen zur Mining-Infrastruktur (d-central, rax.ae) |
| Containerfarm 20 oder 40 Fuss | 1,02 bis 1,10 | 1,01 bis 1,03 | Tabelle der Rechenzentrumstypen bei rax.ae, Hersteller-Leitfaeden zu Containern |
| Einphasige Immersion | 1,02 bis 1,10 | 1,03 in einem veroeffentlichten Fall von Green Revolution Cooling in Texas | Branchenzusammenfassung plus akademische Uebersicht (Energy Informatics, 2023) |
| Zweiphasige Immersion | 1,01 bis 1,05 | 1,02 laut Herstellerdatenblatt von LiquidStack | Herstellerdatenblatt, als solches gekennzeichnet |
| Heiminstallation | formal nicht berechnet, siehe unten | die Metrik ist auf dieses Szenario nicht anwendbar |
Bei der Immersion gibt es eine Abweichung innerhalb der Daten selbst, und es ist ehrlicher, sie zu zeigen, als sie zu glaetten. Die akademische Uebersicht in Energy Informatics fasst Labormessungen zu einer Spanne von 1,02 bis 1,04 zusammen, aber eine der darin eingeschlossenen Studien (Eiland und Koautoren, 2014) gibt ein Maximum von 1,17 an. Wir fuehren beide Zahlen auf und bilden keinen Durchschnitt: 1,17 widerlegt die Spanne nicht, sondern erinnert daran, dass eine konkrete Umsetzung deutlich schlechter sein kann als die Vorzeigewerte.
Widerspruch zwischen Mining-Zahlen und allgemeinen Rechenzentrumszahlen
Hier muss man zwei Datensaetze trennen, weil sie im Internet vermischt werden und einen sinnlosen Streit erzeugen. Branchenquellen zum Mining geben fuer Luftkuehlung 1,1 bis 1,5 an. Die akademische Uebersicht zu Rechenzentren allgemein (Haghshenas und Koautoren, Energy Informatics 2023) gibt fuer Luftkuehlung Durchschnittswerte von 2,2 bis 2,61 in Singapur, Japan, Hongkong und Australien an, und 1,12 bei einzelnen Hyperscalern wie Google. Der Unterschied betraegt fast das Doppelte.
Diese beiden Zahlen darf man nicht mitteln, sie beziehen sich auf unterschiedliche Objekte. Eine Mining-Farm ist eine einfache Box mit direktem Luftstrom, ohne Doppelboeden, Chiller oder Redundanz. Ein kommerzielles Allzweck-Rechenzentrum traegt die gesamte Ingenieurtechnik, und das kostet Energie. Bei der Immersion stimmen die Quellen uebrigens ueberein: sowohl Branchen- als auch akademische Daten ergeben etwa 1,02 bis 1,04, weil die Physik der Waermeabfuhr dieselbe ist, unabhaengig davon, was die Hardware berechnet.
Praktische Schlussfolgerung: Fuer Mining nehmen Sie die mining-spezifischen Bereiche aus der Tabelle oben. Allgemeine Rechenzentrumszahlen auf die Berechnung eines Mining-Standorts anzuwenden, ist falsch, es wuerde Ihre Gemeinkosten fast um das Doppelte ueberschaetzen.
Warum bei einem einzelnen Heim-ASIC der PUE ueberhaupt nicht berechnet wird
Direkte Antwort: Fuer eine Heiminstallation wird der PUE nicht gemessen, nicht weil Daten fehlen, sondern weil die Metrik auf dieses Szenario nicht anwendbar ist. PUE ist das Verhaeltnis der Leistung des gesamten Standorts zur Leistung der Nutzlast, und es erfordert physisch getrennte Kreise. In einer Wohnung oder Garage gibt es eine solche Trennung nicht, deshalb verwendet die Industrie fuer zu Hause einen anderen Ansatz.
Drei Gruende im Detail:
- Es gibt keinen separaten Kuehlkreis. In einem Rechenzentrum werden die Kilowatt von Chillern, USV und Beleuchtung separat von den Kilowatt der Server gezaehlt. Zu Hause existiert schlicht kein separater Zaehler fuer die Kuehlung: Der Luefter des ASIC ist bereits in der Nennleistung der Maschine selbst enthalten, und die zusaetzliche Raumkuehlung fehlt entweder ganz oder verbraucht vernachlaessigbar wenig und ist auf keinen eigenen Kreis ausgelegt.
- Im Winter faellt die Metrik formal unter eins. Wenn der Miner den Wohnraum mit Strom heizt, der ohnehin fuer eine Elektroheizung ausgegeben worden waere, geht die "ueberschuessige" Energie nicht verloren, sondern ersetzt die Heizung. Der effektive PUE im Haushaltssinn liegt dann unter 1,0, was fuer die Standardformel keinen Sinn ergibt: per Definition ist PUE nie kleiner als eins.
- Der formale PUE-Bericht nach der Norm ISO/IEC 30134-2:2016 setzt eine messbare Infrastruktur auf Gebaeudeebene voraus. Eine Heiminstallation hat diese nicht.
Was man zu Hause statt PUE tun sollte: Die Ablesungen des Wandzaehlers mit der Leistungstelemetrie des Miners selbst vergleichen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Zahlen ist Ihre Gemeinkosten, in Kilowattstunden, ohne jeden Koeffizienten. Das genuegt fuer die Berechnung im Ertragsrechner.
Wie man bei einem Mehrtarifzaehler rechnet
Direkte Antwort: Bei unterschiedlichen Preisen tags und nachts geht der gewichtete Durchschnittstarif in die Berechnung ein, wobei das Gewicht jeder Zone gleich dem Anteil der Betriebsstunden in dieser Zone ist. Man darf den Tagesverbrauch nicht mit dem Nachttarif multiplizieren, wenn die Maschine rund um die Uhr laeuft. Der Nachttarif wird erst dann zu Ihrem, wenn die Maschine tagsueber wirklich steht.
Formel: T_durchschnitt = (h_Nacht × T_Nacht + h_Tag × T_Tag) / 24, wobei h die Anzahl der Stunden in jeder Zone ist.
Angenommenes Beispiel, die Zahlen dienen nur der Arithmetik. Angenommen die Nachtzone dauert 7 Stunden bei einem Preis von 0,04, die Tageszone 17 Stunden bei 0,10. Dann ist T_durchschnitt = (7 × 0,04 + 17 × 0,10) / 24 = (0,28 + 1,70) / 24 = 0,0825. Das Ergebnis liegt naeher am Tagespreis als am Nachtpreis, weil es mehr als doppelt so viele Tagesstunden gibt.
Vergleich zweier Betriebsmodi:
| Betriebsmodus | Was man einsetzt | Tageseinkommen | Tagesausgabe |
|---|---|---|---|
| Rund um die Uhr | gewichteter Durchschnittstarif nach Zonen | vollstaendig | vollstaendig, nach Durchschnittstarif |
| Nur Nachtzone | Nachttarif | proportional zu den Betriebsstunden | geringer, aber auch das Einkommen geringer |
| Saisonaler Betrieb | Durchschnittstarif der Betriebsmonate | nur fuer die Betriebsmonate | nur fuer die Betriebsmonate |
Der Schluesselpunkt, der oft uebersehen wird: Wenn nur nachts gearbeitet wird, sinkt auch das Einkommen, waehrend fixe Kosten wie die Abschreibung der Hardware nicht verschwinden. Der Nachtmodus rettet nicht immer, er verschiebt nur den Break-even-Punkt. Man muss ihn mit denselben vier Groessen berechnen wie den Dauerbetrieb.
Break-even-Punkt: wie man den maximalen $/kWh-Tarif fuer die eigene Maschine findet
Direkte Antwort: Der maximale Tarif, bei dem die Maschine noch nicht defizitaer ist, entspricht dem Tageseinkommen nach Pool-Gebuehr, geteilt durch den Tagesverbrauch inklusive Gemeinkosten. Formel: T_max = R × (1 − f) / (P × 24 × PUE). Ist Ihr tatsaechlicher Tarif hoeher als diese Zahl, arbeitet die Maschine auf operativer Ebene mit Verlust, ohne die Kosten der Hardware selbst einzurechnen.
Reihenfolge der Schritte:
- Nehmen Sie das Tageseinkommen in Fiat nach Ihrer Hashrate. Am besten nicht prognostiziert, sondern tatsaechlich: die Summe der Pool-Auszahlungen der letzten sieben Tage geteilt durch sieben.
- Ziehen Sie die Pool-Gebuehr ab. Multiplizieren Sie mit (1 − f).
- Berechnen Sie den Tagesverbrauch mit Gemeinkosten: P × 24 × PUE.
- Teilen Sie das Erste durch das Zweite. Sie erhalten den Grenzpreis der Kilowattstunde.
- Vergleichen Sie ihn mit Ihrem vollstaendigen Tarif aus der Rechnung.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Zahlen ist Ihre Sicherheitsmarge. Eine Marge von ein paar Prozent bedeutet, dass der erste Sprung der Netzwerk-Difficulty oder ein Kursrutsch die Maschine abschalten wird.
Es ist sinnvoll, die Schwelle nicht an einem einzigen Punkt zu berechnen, sondern an dreien: beim aktuellen Hashprice, bei einem um ein Drittel niedrigeren Hashprice und bei einem um die Haelfte niedrigeren Hashprice. So wird sichtbar, ob der Standort eine normale Marktbewegung uebersteht. Wie man den Hashprice selbst liest und warum er bei steigender Difficulty faellt, wird im Artikel ueber Netzwerk-Difficulty und Hashprice behandelt.
Wie unterscheidet sich die Berechnung fuer zu Hause, fuer Hosting und fuer einen Industriestandort
Direkte Antwort: Zu Hause zahlen Sie den Haushaltstarif vollstaendig und bezahlen die Kuehlung selbst, beim Hosting zahlen Sie einen einheitlichen Satz pro Kilowattstunde, in den der Anbieter bereits Infrastruktur und seine eigene Marge eingerechnet hat, an einem Industriestandort ist der Preis niedriger, aber es kommen Leistungspreis, Mindestabnahmemenge und Kapitalinvestitionen fuer den Anschluss hinzu. Die Formel ist eine einzige, der Inhalt ist unterschiedlich.
| Was wir vergleichen | Zu Hause | Hosting | Industriestandort |
|---|---|---|---|
| Wer zahlt die Kuehlung | Sie, als eigener Posten | der Anbieter, im Satz enthalten | Sie, als separater Investitionsposten |
| PUE in Ihrer Berechnung | berechnen Sie selbst am Eingangszaehler | muss nicht berechnet werden, schon im Satz enthalten | berechnen Sie selbst, abhaengig vom Kuehlungstyp |
| Preisstruktur | Tarif plus Netzanteil plus Steuern | Satz pro Kilowattstunde plus eventuelle Stellplatzgebuehr | Vertrag mit dem Netzbetreiber, Leistungspreis, Energiepreis |
| Was noch dazu kommt ausser Strom | Laerm, Verschleiss der Wohnungsverkabelung | Kaution, Mindestlaufzeit, Gebuehr fuer Ein- und Auslagerung der Maschinen | Umspannwerk, Kabel, Personal, Sicherheit |
| Hauptrisiko der Berechnung | den vollstaendigen Tarif unterschaetzen | zusaetzliche Zahlungen im Vertrag uebersehen | Kapitalkosten und Anschlussdauer unterschaetzen |
Den Vergleich von Tarifen und Bedingungen bei Standorten fuehren wir separat: Hosting und Kolokation von ASIC-Minern, aktuelle Angebote sind im Bereich Hosting gesammelt.
Den Heimtarif direkt mit dem Hosting-Satz zu vergleichen, ist nicht korrekt. Im Hosting-Satz stecken bereits Kuehlung, Raummiete, Personal und Internet. Der richtige Vergleich sieht so aus: Ihr vollstaendiger Heimtarif multipliziert mit Ihrem PUE, gegen den Hosting-Satz plus die Abschreibung der Logistik der Maschine hin und zurueck.
Wie Pool-Gebuehr und Auszahlungsschema in die Berechnung eingehen
Direkte Antwort: Die Pool-Gebuehr wird vom Einkommen abgezogen, bevor es mit der Stromausgabe verglichen wird, deshalb verschiebt sie direkt Ihre Tarifschwelle. Der Unterschied zwischen den Schemata ist wichtiger als der Satz selbst: Bei FPPS ist das Einkommen gleichmaessig und vorhersehbar, bei PPLNS schwankt es von Woche zu Woche, und der Break-even-Punkt muss man nach der schlechten Woche berechnen, nicht nach dem Durchschnitt.
Was zu beachten ist:
- Die Gebuehrensatzhoehe. Wird vom Einkommen abgezogen: R × (1 − f). Ein Unterschied von einem Prozent bei der Gebuehr verschiebt die Tarifschwelle genau um denselben Prozentsatz.
- Das Auszahlungsschema. FPPS gibt einen Teil der Transaktionsgebuehren zurueck, reines PPS gibt nichts zurueck, PPLNS haengt vom Glueck des Pools im jeweiligen Zeitfenster ab.
- Die Auszahlungsschwelle und die Netzwerkgebuehr fuer die Auszahlung. Bei einer kleinen Farm frisst die Ueberweisungsgebuehr einen spuerbaren Anteil, und man muss sie auch in die Jahresberechnung einbeziehen.
- Abgelehnte Shares und Ausfallzeiten. Die tatsaechlich bezahlte Hashrate ist immer niedriger als die nominelle.
Eine Analyse der Schemata und ihres Einflusses auf das Endeinkommen finden Sie in der Zusammenstellung zu Pools und Rechnern, und die Abweichung der Rechnerprognose von den tatsaechlichen Auszahlungen wird hier ausfuehrlich behandelt: warum der Ertragsrechner luegt.
Einen Pool wegen eines niedrigen Tarifs zu waehlen, ergibt fuer sich genommen wenig Sinn, der Unterschied zwischen den Schemata gleicht den Unterschied im Strompreis nicht aus. Aber wenn die Sicherheitsmarge klein ist, kann ein zusaetzliches Prozent Gebuehr darueber entscheiden, ob die Maschine im Plus arbeitet oder nicht.
Warum sich die Stromschwelle verschiebt und wie oft man sie neu berechnen sollte
Direkte Antwort: Die Schwelle haengt vom Einkommen ab, und das Einkommen haengt von der Netzwerk-Difficulty, dem Bitcoin-Kurs und den Gebuehren in den Bloecken ab. Die Difficulty wird alle 2016 Bloecke neu berechnet, etwa alle zwei Wochen, und wenn sie steigt, faellt das Einkommen pro Terahash, und damit faellt auch der maximale Tarif, den die Maschine vertraegt. Es ist sinnvoll, die Schwelle nach jeder Difficulty-Neuberechnung neu zu berechnen und unbedingt nach einer deutlichen Kursbewegung.
Was die Schwelle nach unten druckt:
- Anstieg der Netzwerk-Difficulty bei unveraendertem Muenzpreis.
- Kursverfall von Bitcoin in Ihrer Rechnungswaehrung.
- Rueckgang des Gebuehrenanteils im Block, wenn das Netzwerk wenig ausgelastet ist.
- Indexierung des Tarifs durch den Stromanbieter.
- Verschlechterung der Kuehlung im Sommer, wodurch der Belueftungsverbrauch steigt und die effektive Leistung der Maschine faellt.
Was die Schwelle nach oben druckt: Ruecklauf der Difficulty, Kursanstieg, Anstieg der Gebuehren in den Bloecken, Umstieg auf effizientere Hardware. Die aktuellen Difficulty-Werte und die naechste Neuberechnung sieht man auf der Seite Netzwerk-Difficulty.
Die praktische Gewohnheit sieht so aus: Alle zwei Wochen, am Tag der Difficulty-Neuberechnung, oeffnen Sie Ihre Tabelle, setzen das neue Tageseinkommen ein und schauen, wo jetzt Ihr T_max liegt. Das dauert fuenf Minuten und zeigt vorab den Moment, in dem etwas geaendert werden muss, statt einen Verlust erst in der Quartalsrechnung zu entdecken.
Typische Fehler bei der Berechnung
Die Fehler wiederholen sich von Thread zu Thread, und fast alle ueberschaetzen den erwarteten Gewinn.
- Nach der Nennleistung rechnen. Der reale Verbrauch an der Steckdose weicht vom Typenschild ab, weil er von Firmware, Modus, Temperatur und Netzteilqualitaet abhaengt. Man muss mit einem Strommessgeraet messen, nicht die Spezifikation lesen.
- Spannungsabweichungen ignorieren. Ein Spannungsabfall oder eine Ueberspannung im Netz aendert sowohl den Verbrauch als auch die Betriebsstabilitaet. Eine Maschine, die bei Spannungseinbruechen neu startet, verliert Einkommen und verbraucht trotzdem Strom.
- Mit der Jahresdurchschnittstemperatur rechnen. Im Sommer steigt der Kuehlverbrauch und ein Teil der Maschinen geht ins Throttling, im Winter sieht das Bild anders aus. Eine Jahresberechnung mit Juni- oder Januardaten ist gleichermassen falsch.
- Ausfallzeiten vergessen. Abschaltungen, Wartung, Austausch von Hashboards, Verbindungsabbrueche. In die Berechnung sollte man die tatsaechliche Betriebszeit einbeziehen, nicht hundert Prozent.
- Abgelehnte Shares nicht beruecksichtigen. Bezahlt wird die akzeptierte Hashrate, nicht die, die das Panel des Miners anzeigt.
- Den Tarif aus dem Tarifplan statt der vollstaendigen Kosten aus der Rechnung nehmen. Der haeufigste und teuerste Fehler.
- Den Landesdurchschnittspreis statt des eigenen lokalen Tarifs nehmen. Die Streuung innerhalb der USA ist mehr als vierfach, und der Landesdurchschnitt sagt ueber Ihren Standort gar nichts.
- Einkommen in einer Waehrung und Ausgabe in einer anderen berechnen, ohne den Kurs zu fixieren. Einkommen in Bitcoin, Rechnung in Landeswaehrung, und der Kurs dazwischen lebt sein eigenes Leben.
- Die Amortisation ohne den Restwert der Hardware berechnen. Die Maschine ist am Ende ihrer Lebensdauer noch etwas wert, und das ist auch Teil der Berechnung.
- In den Rechner runde "ungefaehre" Zahlen einsetzen. Ein Fehler im Tarif von ein paar Cent wird auf ein Jahr gerechnet zu einer betraechtlichen Summe.
Hashrate und Verbrauch konkreter Modelle lassen sich bequem in unserer Miner-Rangliste abgleichen, aber auch dort bleiben die Nennwerte Nennwerte: Das Strommessgeraet bleibt trotzdem noetig.
Was tun, wenn der Tarif ueber der Schwelle liegt
Direkte Antwort: Im Grunde gibt es fuenf Optionen, und sie steigen der Kostenreihenfolge nach an. Verbrauch durch Undervolting senken, nur in guenstigen Stunden arbeiten, zum Hosting umziehen, einen anderen Standort mit industriellem Anschluss finden, die Hardware verkaufen. Die Maschine abzuschalten und auf einen Kursanstieg zu warten, ist ebenfalls eine Option, aber sie hat einen Preis in Form von brachliegendem Kapital.
| Option | Was sich in der Formel aendert | Wann es sinnvoll ist |
|---|---|---|
| Undervolting und Firmware-Anpassung | P sinkt, die Hashrate sinkt leicht, T_max steigt | wenn der Tarif die Schwelle nur geringfuegig ueberschreitet |
| Nur in der guenstigen Zone arbeiten | T_durchschnitt sinkt und das Einkommen sinkt | wenn der Unterschied zwischen den Zonen gross ist |
| Saisonales Mining | Sie rechnen nur die Betriebsmonate | wenn Kuehlung im Sommer teuer ist oder der Tarif saisonal ist |
| Umzug zum Hosting | der Tarif wird durch den Standortsatz ersetzt, PUE faellt aus Ihrer Berechnung heraus | wenn der vollstaendige Heimtarif hoeher ist als der Hosting-Satz |
| Verkauf der Hardware | die Berechnung wird zum ROI ueber die tatsaechliche Haltedauer | wenn die Schwelle in keinem Szenario erreicht wird |
Zum Undervolting muss man ehrlich sagen: Es senkt den Verbrauch staerker als die Hashrate, deshalb steigt das Einkommen pro Kilowatt. Aber jedes Modell hat seine eigene Grenze, jenseits derer die Maschine an Stabilitaet verliert, und man muss den Modus manuell anpassen und dabei die abgelehnten Shares im Auge behalten.
Zum Umzug ins Hosting: Dort erfolgt der Vergleich nicht mit dem Preis Ihrer Kilowattstunde, sondern mit den Gesamtkosten der Unterhaltung der Maschine zu Hause, einschliesslich Laerm, Verschleiss der Verkabelung und Ihrer eigenen Zeit. Die Zahlen nach Standort sind in der Hosting-Uebersicht zusammengestellt.
Kurze Checkliste
- Nehmen Sie die letzte Stromrechnung und teilen Sie den Gesamtbetrag durch die verbrauchten Kilowattstunden. Das ist Ihr Tarif T.
- Messen Sie die Leistung der Maschine mit einem Strommessgeraet im Betriebsmodus. Das ist P.
- Vergleichen Sie den Eingangszaehler mit der Summe der Strommessgeraete und erhalten Sie den PUE.
- Berechnen Sie den Tagesverbrauch: P × 24 × PUE.
- Nehmen Sie die tatsaechlichen Pool-Auszahlungen einer Woche und teilen Sie durch sieben. Das ist R.
- Ziehen Sie die Pool-Gebuehr ab und teilen Sie durch den Tagesverbrauch. Das ist T_max.
- Vergleichen Sie T und T_max. Die Differenz ist Ihre Marge.
- Wiederholen Sie das nach der naechsten Difficulty-Neuberechnung.
All das ist praktisch in einer einzigen Tabelle zu fuehren und alle zwei Wochen neu zu berechnen. Ein fertiges Rechenformular nach Hashrate, Verbrauch und Tarif finden Sie im Ertragsrechner, und um Ihre Erwartungen mit der Realitaet abzugleichen, hilft die Analyse der Abweichungen zwischen Rechner und tatsaechlichen Auszahlungen.
Haeufige Fragen
Ist Strom die einzige Huerde beim Mining?
Nein, aber es ist die einzige Ausgabe, die kontinuierlich anfaellt und nicht von Ihrem Willen abhaengt. Darueber hinaus gibt es den Hardwarepreis, die verfuegbare Anschlussleistung, Kuehlung, Laerm, die Rechtmaessigkeit des Minings in Ihrer Jurisdiktion und Steuern. Der Tarif entscheidet, ob die Maschine heute im Plus arbeitet, alles Uebrige entscheidet, ob sich der Kauf ueberhaupt gelohnt hat.
Welcher Tarif gilt als gut fuer Heim-Mining?
Es gibt keine universelle Zahl, weil die Schwelle von der Effizienz der konkreten Maschine und dem aktuellen Hashprice abhaengt. Die richtige Fragestellung ist eine andere: den T_max fuer Ihr Modell mit der obigen Formel berechnen und mit Ihrer Rechnung vergleichen. Derselbe Kilowattstundenpreis kann fuer neue Hardware ausgezeichnet und fuer alte defizitaer sein.
Kann man den Landesdurchschnittspreis aus der obigen Tabelle nehmen?
Als Groessenordnungs-Orientierung ja, als Eingabewert fuer die Berechnung nein. Innerhalb eines Landes kann die Streuung ein Vielfaches betragen: In den USA von 0,1195 in North Dakota bis 0,5272 in Hawaii laut EIA-Daten fuer 2026. Man muss mit der eigenen Rechnung rechnen und die Tabelle nutzen, um Regionen bei der Standortwahl zu vergleichen.
Soll man die Hardware-Abschreibung in die Stromkosten einrechnen?
Nein, das sind unterschiedliche Ebenen der Berechnung. Strom ist eine operative Ausgabe, die Abschreibung gehoert zur Amortisation der Investition. Zuerst prueft man, ob der operative Gewinn positiv ist, und erst danach berechnet man den ROI: wie man die Amortisation eines ASIC ehrlich berechnet.
Warum ist mein tatsaechliches Einkommen niedriger als das, was der Rechner angezeigt hat?
Die Gruende sind meist mehrere gleichzeitig: Pool-Gebuehr, abgelehnte Shares, Ausfallzeiten, der Unterschied zwischen nomineller und tatsaechlicher Hashrate, die sich im Zeitraum geaenderte Difficulty. Die Mechanik der Abweichung wird gesondert behandelt: warum der Ertragsrechner luegt.




